Hackschnitzel richtig lagern

Steigende Energiepreise, Gaskrise, Versorgungsunsicherheit - es gibt viele gute Gründe, Holz als Energieträger zu nutzen. Neben Scheitholz für den häuslichen Ofen landet Holz in Form von Pellets und Hackschnitzeln in kommunalen Heizwerken und privaten Heizungsanlagen. Bei Landwirten und Waldbesitzern sind vor allem Hackschnitzel als Energieträger eine naheliegende Alternative zu Öl und Gas.

hackschnitzel

Allerdings müssen beim Umgang mit Hackschnitzeln wie bei jedem Naturprodukt einige Regeln beachtet werden um optimale Ausnutzung zu erreichen. Kernpunkt des Umgangs mit Hackschnitzeln ist die richtige Lagerung. Und "richtig" heißt in diesem Falle, möglichst trockenes Material lagern. Dies ist in mehrfacher Hinsicht wichtig:

1. Heizwert

Der Wassergehalt des Holzes hat entscheidenen Einfluss auf dessen Heizwert. Bei der Verbrennung von feuchtem Holz wird schon viel Energie für die Verdampfung des im Holz enthaltenen Wassers verbraucht, bevor überhaupt nutzbare Wärme entsteht. Anders gesagt: Je weniger Wasser bei der Verbrennung verdampft werden muss, deste mehr Nutzwärme kann erzeugt werden. Der Wassergehalt von gut gelagertem Holz liegt bei 20%. Sein Heizwert beträgt rund 4 kWh/kg. Der Heizwert von waldfrischem Holz ist nur halb so groß.

 

2. Substanzverlust

Wer waldfrisches Hackgut einlagert verliert nutzbare Holzmasse. Feuchte Hackschnitzel werden durch holzzersetzende Pilze und Bakterien besiedelt. Diese bauen für ihre Lebensvorgänge Holz ab. Bis zu 5% Masse in einem Monat gehen dadurch verloren.
Hohe Anteile von Feinmaterial, Nadeln und Blätter begünstigen die Aktivitäten der Mikoorganismen. Bei Wassergehalten von unter 30% dagegen sind die Abbauprozesse deutlich reduziert.

 

3. Umweltschutz

Ein hoher Anteil an Feinreisig und Nadeln und entsprechend erhöhter Wassergehalt wirken sich negativ auf die Heiz- und Emissionswerte, Aschenmenge und Zusammensetzung aus. Insbesondere in kleineren Anlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser kann solches Hackgut aufgrund der Brennertechnik und sich verschärfender Umweltauflagen nur in sehr begrenztem Umfang verwendet werden.

 

4. Markwert

Qualitativ hochwertige Hackschnitzel werden auf längere Sicht einen höheren Preis erzielen und einen sicheren und besseren Absatz finden. Die WBV gibt folgende Empfehlungen, um bei Umgang mit Hackschnitzeln Risiken zu vermeiden und Qualität und Marktwert zu erhöhen:

- Möglichst nur vorgetrocknetes Holz hacken (z.B. Käferholz)

- Grobe Hackschnitzel bevorzugen

- Hohe Anteile von Nadeln (Laub) und Feinreisig vermeiden

- Hackschnitzel luftig lagern

- die Lagerdauer der Schnitzel kurz halten (Anhaltswert: 3 Monate)

Ein idealer Lagerplatz zum Vortrocknen des Energieholzes sollte gut durchlüftet sein und besonnt sein, einen trockenen Untergrund aufweisen sowie ganzjährig anfahrbar sein.